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Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Hes 36,26

Nicht ohne meinen Teddy
Gemeindeleben > Auf ein Wort

Ein Teddy mit Schutzweste liegt in einem Boot gegen ein Kissen gelehntSommerferien, Start in den Urlaub. Eine lange Fahrt vor Augen. Gerade auf die Autobahn aufgefahren, da kreischt es vom Rücksitz: „Wir haben mein Kuscheltier vergessen!“ Der Retter in allen Lebenslagen, der Beistand in der Not, der Kämpfer gegen Einsamkeit, der Zuhörer in Zeiten des Kummers – ohne ihn geht’s nicht!

Kein noch so gutes Zureden hilft, jeder Beruhigungsversuch schlägt fehl, vorgespielte Härte ruft nur noch mehr Protest hervor. Das Ende vom Lied: Wir drehen um, holen den kleinen Plüschgesellen, und alles ist gut.

Welch tiefe Sehnsucht gerade die Kleinsten unter uns doch so bewundernswert offen und unverblümt auszudrücken vermögen: nach einem Weggefährten, einem innigst vertrauten Partner, einem, der ohne Wenn und Aber durch dick und dünn geht – die zerrissensten Kuscheltiere sind ja bekanntlich die geliebtesten.

Der Bär auf dem Schiff – mir kommt die Geschichte von der Sturmstillung in Erinnerung. Die Jünger Jesu hatten vermutlich kein Kuscheltier an Bord. Nur Jesus. Und deshalb bekamen sie es wohl auch mächtig mit der Angst zu tun, als Sturm aufkam und ihr Boot sich in den Wellen auf und ab und zur Seite drehte und sie die Kontrolle zu verlieren schienen. Und Jesus schlief offenbar tief und fest. Keine große Hilfe. „Ihr Kleingläubigen“, konstatiert er mit hörbar vorwurfsvollem Ton.

Gott ist kein Kuscheltier, das man in den Arm nehmen kann. Und doch glaube ich, dass man sich sehr wohl an ihm festhalten kann. Ich gebe zu, in höchster Seenot würde vermutlich auch ich es mit der Angst zu tun bekommen. Das ist wohl allzu menschlich. Und doch kann ich manch andere Angst eher ertragen oder gar zur Seite schieben, wenn ich weiß, Gott ist mit mir. Dann kommt es nämlich am Ende des Tages nicht auf mich an, nicht auf meinen Erfolg, nicht auf mein Scheitern. Sondern ich kann beides getrost in Gottes Hände legen. Wissen, dass aus allem Gelungenen Dankbarkeit erwächst und dass in allem Scheitern Erfahrung wächst. Dass die Traurigkeit nicht zum Schluss steht und das Leben wichtiger ist als der Tod.

Im Urlaub – im ganz Anderen – finden wir hoffentlich die Zeit zum Besinnen, zum Luftholen, zum Durchatmen. Und nehmen Gott mit auf die Reise, denn ohne ihn geht’s wohl genauso wenig wie ohne Kuscheltier. Wie? Mit Vertrauen. Vertrauen, dass auch die Urlaubszeit gesegnete Zeit ist. Darum gar nicht perfekt, durchgestylt, organisiert sein muss. Gerade hier können wir es uns gönnen, uns überraschen zu lassen vom Leben und von anderen Menschen. Keine Angst! Sondern Freude die Fülle!

Eine segensreiche Sommerzeit!

Ihr Thomas Fresia


Stand: 09.07.2018
Bildrechte: Andrea Ginsberg

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