Lichtblick Café & mehrgeistreich Jugendkirche

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Hes 36,26

Sind Sie schon mal im Dunkeln getappt? Also so richtig im Dunkeln? Nein, nicht abends auf den Straßen, da sind ja allenthalben Laternen, aus den Fenstern der Wohnungen und Häusern scheint es hell, und die Autos tun den Rest gegen die Dunkelheit. Nein, so richtig dunkel wird es doch selten – ein paar Konturen sind immer noch zu sehen. Und da reicht manchmal schon daheim die Stand-by-Leuchte vom Fernseher, die die Dunkelheit durchbricht.

Laterne aus Holz im Dunkeln, in ihr brennt ein Licht, der Stern an den Seiten zeichnet sich ab

Es gibt ja sogenannte „Dark Dinner“-Events – da geht man zum Essen in einen komplett abgedunkelten Raum. Wird von Menschen ohne Augenlicht geführt und bedient. Die Gäste berichten einhellig davon, wie sehr doch bei aller Unsicherheit die anderen Sinne, vor allem der Geschmackssinn geschärft werden – jetzt, da sich das Gehirn nicht mehr auf das konzentrieren muss, was es sieht, denn es sieht ja nichts.

Als Kind hab ich „Blinde Kuh“ nie sonderlich gemocht. Jedenfalls nicht, wenn ich selbst die Kuh sein sollte und dann alle feixend um mich herum standen und lachten, ob ich – mit Augenbinde unbeholfen durch die Gegend krabbelnd – doch irgendwann mal den Topf finden sollte.

Orientierung

Dunkel mag es auch damals bei den Hirten auf den Feldern vor Bethlehem gewesen sein. Damals, vor rund 2000 Jahren, da gab es noch keine Lichtverschmutzung. Aber ein Lagerfeuer werden sie sich schon gemacht haben. Nur: So richtig weit konnten sie damit auch nicht sehen. Bis auf einmal ein heller Stern für sie leuchtete und ihnen einen spannenden Weg zeigte ...

„Das Volk, das noch im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht. Und über denen, die im finsteren Lande wohnen, scheint es hell.“ So verheißt es der Prophet Jesaja (Kapitel 9, Vers 2). Gott will Orientierung geben. Weitsicht. Perspektive.

Kontur und Perspektive

Wenn es total dunkel ist, blicke ich nicht mehr durch. Ein Licht, und meine Welt gewinnt Konturen. Schatten. Formen. Gott will mir Konturen geben. Die mir den Weg weisen. Zu mir selbst und Gott entgegen. Er will mir eine Form geben, unverwechselbar, ganz individuell, großartig. Dazu kommt er in meine Finsternis. Zündet ein Licht an. Und lässt es hell werden. Zumindest etwas. Bloß nicht zu grell, denn dann würde auch das Licht wohl seine Konturen verlieren.

Ich möchte Gott in meine Dunkelheit lassen. Dazu braucht es aber auch die Dunkelheit. Nicht schöngeredet oder weggezaubert, sondern ehrlich und menschlich. Und dann Gott: tröstend, aufbauend, wohltuend. Gesegnete Weihnachtszeit!

Thomas Fresia


Stand: 21.12.2018
Bildrechte: Andrea Ginsberg

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