Lichtblick Café & mehrgeistreich Jugendkirche

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Hes 36,26

Ein schwerer Felsen liegt auf einer WasserfontäneIm Redaktionsteam für unser Gemeindemagazin Brückenbogen hat dieses Bild zunächst für heftige Diskussionen gesorgt: Gibt’s denn so was? Eine Wasserfontäne, die einen Felsblock trägt? Dieser Brunnen ist im niedersächsischen Bad Zwischenahn fotografiert worden, und doch fehlte uns der Glaube, der Wasserstrahl könnte tatsächlich die gewaltige Last des Steines stemmen. Und was wäre dann, würde der Brunnen stillgelegt werden – für Reinigungs- oder Wartungsarbeiten etwa!? Was im Winter bei Minusgraden – würde das Wasser dann zur Eissäule erstarren?

Der Hingucker wurde freilich durch Schummelei erzeugt – eine Eisenstange in der Mitte der Fontäne sorgt für die notwendige Stabilität und Sicherheit. Und doch regt das Bild dazu an, sich Gedanken über die Kraft zu machen, die Wasser haben kann. Alle Jahre wieder im ausgehenden Winter, wenn in den Bergen Schnee und Eis schmelzen und der Regen in Massen herunterkommt, sind die Ufer Kölns überflutet. Wer nach einem Rhein-Hochwasser einmal zwischen Mülheim und Flittard am Fluss entlangspaziert, mag sich wundern, was die Wassermassen so alles mit sich gerissen haben. Fahrräder, Parkbänke, ja sogar Kühlschränke gehören zum Treibgut, das Wasser mal eben so flussabwärts transportiert hat.

Noch eindrücklicher mag sich die Kraft des Wassers an den Meeresküsten zeigen, wenn Sturmfluten ganze Halligen unter Wasser setzen und meterhohe Flutwellen Siedlungen und Dörfer zerstören.

Die Kraft des Wassers machen wir uns aber auch immer dann zunutze, wenn wir mit dem Hochdruckreiniger die Terrassen und Balkone für’s Frühjahr schön machen oder wenn wir mit dem Auto in die Waschanlage fahren.

Die Kraft des Wassers

Wasser ist aber, das erleben wir Christenmenschen immer wieder aufs Neue, auch auf ganz andere Art und Weise kräftig. Dazu bedarf es noch nicht einmal großer Massen. Ein paar Tropfen reichen schon. Das Wasser, mit dem wir bei der Taufe übergossen wurden oder in das wir hineingestiegen sind, entfaltet seine Kraft ein Leben lang. Wer einmal getauft ist, der bleibt es unwiderruflich. Und erhält von Gott die Zusage seiner Begleitung und seines Segens. Das Wasser, mit dem wir bei der Taufe gewaschen sind, will uns von der Macht der Sünde befreien. Was nichts anderes heißt, als dass Gott jeden Graben überwindet, der zwischen ihm und uns gegraben wird. Oder wie es Paulus sehr lebenspraktisch formuliert hat: „Nichts kann uns jemals trennen von der Liebe Gottes, die er uns in Jesus Christus erwiesen hat.“ Mit dem Wasser wird diese Verheißung für uns ganz unmittelbar spürbar: Wir dürfen leben. Mit allem Kostbaren, das wir an uns und in uns haben, genauso wie allem Mühsamen, Schwierigen und Unvollkommenen. Wir dürfen leben, auch wenn wir Fehler machen, auch wenn wir Schuld auf uns laden, auch wenn wir immer wieder vor unsere menschlichen Grenzen gestoßen werden. Wir dürfen leben, weil Gott uns das Leben schenkt und immer wieder neue Wege mit uns gehen will.

So verheißt der Gott der Offenbarung mit den Worten der Jahreslosung 2018:

„Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“

Was für eine schöne Vorstellung – trinken zu dürfen, wenn ich durstig bin, Leben spendendes, lebendiges Wasser, ganz und gar umsonst.

Es ist ein gnädiger Gott, der mir seine Nähe anbietet. Dem ich mein Leben anvertrauen darf. Das Wasser der Taufe, es trägt nicht irgendwelche Felsblöcke, es vermag mich zu tragen ganz und gar, mit allem, was mein Leben gewichtig und schwer zugleich macht. Ja, das Wasser der Taufe vermag mich am Ende sogar über diese Welt hinaus zu tragen in Gottes Ewigkeit, in der wir aufgehoben und geborgen sind.

Eine frohe Osterzeit wünscht Ihnen

Ihr Pfr. Thomas Fresia


Stand: 23.03.2018
Bildrechte: Ingrid Hruby

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