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Rückblick auf Himmelfahrt
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Himmelfahrt in Masuren – die Füße stecken noch in der Kirchendecke

Bildliche Darstellung der Himmelfahrt: Jünger recken die Arme, blicken nach oben, wo einer in den Wolken verschwindetDarstellung der Himmelfahrt Christi in der Dorfkirche Sorquitten (Masuren)

Ist da etwas schiefgelaufen? Sind wir hier im falschen Film am falschen Ort? Ist jemand beim Trampolinspringen über das Ziel hinausgeschossen? Oder hat sich bei einer Barfußwanderung ein Malheur ereignet? Und was in aller Welt hat das mit der Christusprozession am Himmelfahrtstag zu tun?

Einiges. Aber anders, als man denken könnte.

Doch alles der Reihe nach.

An Christi Himmelfahrt 2017 hielt Pastor Dr. Rainer Fischer den evangelischen Gottesdienst in der Stammheimer Immanuel-Kirche. In seiner Predigt beleuchtete er ein altbekanntes biblisches Ereignis aus einer mir ungewohnten Perspektive.

Predigt in der Immanuel-Kirche

So berichtete er von einer Dorfkirche in Sorquitten (Masuren), in der im Jahr 1701 ein Künstler die Himmelfahrt Christi dargestellt hat. Die Szene zeigt die Jünger Jesu, die etwas ratlos und verwirrt in den Himmel schauen. In der Mitte des Bildes sieht man noch die nackten Füße von Jesus, der offenbar zur Hälfte mit dem Körper in der Decke der kleinen Kirche steckengeblieben ist. Immer wieder hätten Konfirmanden den oberen Dachbereich inspiziert, um nachzusehen, ob der restliche Körper Jesu dort noch irgendwo drin stecke.

Zumeist als naive Kunst belächelt, sei es dem Maler gelungen, unsere Vorstellung vom Himmelfahrtsgeschehen bildlich in Szene zu setzen. Denn bei der Himmelfahrt Christi bleibe unsere Vorstellungskraft immer wieder stecken, so der Prediger.

Himmelfahrt feiern wir die Verborgenheit Gottes: nicht im Sinne von Ferne, sondern in dem Sinne, dass Gott wirkt, wo er will. Mit der Himmelfahrt werde Christus unserem „Begreifen“ und Festhalten entzogen – um uns näher zu sein, als wir es für möglich halten. Was auch das Lied nach der Predigt aufgriff, in dem es heißt: „Nun bist du immer für uns da, entgrenzt von Raum und Stunde.“

Die Jünger standen damals noch lange ratlos da, bis ein Bote Gottes kam und sie fragte, was sie denn da noch herumstehen würden. Und dann bekamen sie den Auftrag, als Boten Gottes das Zeugnis von Jesus hinaus in die Welt zu tragen.

So, das war die Predigt, die ich als sehr erfrischend empfand, obwohl ich gerade von einem Nachtdienst kam.

Ökumenische Prozession, zuerst die Messdiener und Fahnenträger, dann die Schützen, danach die GemeindeDie Christusprozession unterwegs in Stammheim

Ökumenische Christusprozession

Nach dem Gottesdienst warteten wir die herannahende Prozession der Katholiken ab, die sich zusammen mit dem Schützenverein Stammheim von St. Johannes Evangelist aus zur Immanuel-Kirche aufgemacht hatten. Wir schlossen uns an, und gemeinsam ging es singend und betend weiter durch den Ort zum Schützenplatz Stammheim, wo etwa zeitgleich eine Prozession aus Flittard eintraf.

In der gemeinsamen Schlussandacht wurde betont, dass es in der Christusprozession um ein Glaubenszeugnis in der Öffentlichkeit gehe. Deshalb sei während des Umzugs auch gesungen und gebetet worden. Jesus selbst habe seine Jünger am Tag seiner Himmelfahrt als Zeugen in die Welt ausgesandt.

Ein 13-köpfiger Chor beim Singen, begleitet von der Chorleiterin am KeyboardDer ökumenische Projektchor während der Schlussandacht

Geselliger Ausklang

Pfarrer Cziba von der katholischen Fraktion ermunterte ausdrücklich, nach dem offiziellen Teil noch miteinander ins Gespräch zu kommen. Es wurde Brot gereicht, außerdem gab es frisch gezapftes Kölsch vom Fass. Ich stieß mit Pfarrer Filler von den Katholiken an. Ein Prost auf den Vatertag (schließlich ging Jesus zurück zu seinem Vater)!

Dies war erneut eine gelungene ökumenische Feier. Ein echter Kracher. Kaum zu toppen.

 

Bernd Mettelsiefen 

 

In der Fotostrecke wird die Christusprozession noch einmal lebendig:

Christusprozession 2017Ökumenisch unterwegs durch den Ort - Eindrücke vom 25. Mai 2017

 


Stand: 13.06.2017
Bildrechte: Rainer Fischer, Gerd Bonse

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