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Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Hes 36,26

Finale des Offenen Abendgottesdienstes
Gemeindeleben > Allgemein

Die Band Go(o)d ConnectionGo(o)d Connection mit Musikern aus verschiedenen Zeiten der gemeindeeigenen BandLetzter Oktobersonntag 2018, 19 Uhr: In der Immanuel-Kirche sind die Stuhlreihen – großzügig im Halbkreis gestellt – gut gefüllt, Stehleuchten vermitteln ein Stück Wohnzimmeratmosphäre, und vorne stimmt eine 9-köpfige Band ein Medley von Songs aus zwei Jahrzehnten an: Auftakt zum Finale des Offenen Abendgottesdienstes. Manche Ehemalige sind gekommen, wie man später erfahren wird, und spielen oder singen noch einmal in der Band mit; dem E-Gitarristen gelingt dies selbst nach 17 Jahren mühelos. Der Abend bietet Raum für Rückblick und Ausblick, und einer ist immer mittendrin: Gott.

„Wo zwei oder drei ...“

Denn „wo zwei oder drei ...“ – so das Thema, zu ergänzen: „in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter euch“ – entsteht Gemeinschaft. Erlebt man Gemeinde. An diesen roten Faden knüpfen im Verlauf des Gottesdienstes weitere Elemente an: ein Episodensketch über Lust und Leid im Vorbereitungsteam eines Offenen Abendgottesdienstes; das Themenlied „Zusammen“ von Clueso und den Fantastischen Vier, das die Band gekonnt covert; die Predigt, in der Michael Mutz so manches Erlebnis der Teamer in den Kontext Gemeinde stellt; der Dank des Presbyteriums an das wechselnde Team von Ehrenamtlichen über so viele Jahre; die Mischung alter und neuer Lieder, die Gott loben und zur Gemeinschaft ermutigen; und nicht zuletzt das Vaterunser im großen Kreis – ein beeindruckendes Bild für das Miteinander.

Bunte, beschriebene Zettel an einer blauen PinnwandDie Pinnwand verrät, was den einzelnen Besuchern am wichtigsten warDank an engagiertes Team von Ehrenamtlichen

Und was war den Besuchern in all den Jahren am wichtigsten am Offenen Abendgottesdienst? Bewegung kommt auf, als sie ihre Antworten an eine Pinnwand heften. Es entfaltet sich ein bunter Strauß mit Stichworten wie: Gemeinschaft, Atmosphäre, Musik, Kreativität, Spaß, Vielfalt der Themen und Mitarbeiter, Gottes Nähe, Gespräch mit anderen, von Gott angesprochen werden oder zur Ruhe kommen. Das Presbyterium dankt allen, die im Verlauf von 25 Jahren mit Herzblut ihre unterschiedlichen Gaben eingebracht haben, ob über lange Wegstrecken oder bei kurzen Stippvisiten.

Alles hat seine Zeit

Der letzte Offene Abendgottesdienst. Mit „Gute Nacht, Freunde“ bindet Matthias Rehbein in bester Reinhard-Mey-Manier den Abend zu. Und Kölner summen beim Nachspiel Trude Herrs „Niemals geht man so ganz“ leise mit. Alles hat seine Zeit. Auch der Offene Abendgottesdienst.

Doch zunächst ist Zeit, um beim Afterglow noch einmal Vergangenes Revue passieren zu lassen, sich bei türkischen Teigtaschen und kühlem Kölsch zu begegnen oder einfach miteinander zu feiern. An diesem Abend bleiben manche lange da. Erzählen. Erleben Gemeinschaft.

Abschied – ja, aber im Bewusstsein, Neuem Raum zu geben. Denn entscheidend ist letztlich, so Michael Mutz' Resümee in der Predigt, „dass wir nicht auf­hören, uns als Christen in seinem Namen zusammenzu­finden; dass wir unseren Glauben teilen, füreinander einstehen, mitein­an­der streiten, wenn es sein muss, und gemeinsam auf sei­nen Segen bauen.“

3 Erwachsene sitzen an einem Tisch mit Spielzeug, mimen offensichtlich KinderLaunige Sketche mit Tiefgang gehörten zum OAG-FormatSpielfeld für Kreative

Seit 1993 war der letzte Sonntagabend im Monat ein fester Termin im Gottesdienstkalender von Köln-Stammheim: Offener Abendgottesdienst, im Insider-Sprech auch OAG genannt. Ein lebendiger Gottesdienst, oft zu einem aktuellen Thema, gestaltet von einem stets neu zusammengestellten Team aus Prediger und Ehrenamtlichen. Mit einem kleinen Theaterstück passend zum Thema und manch kreativer Komponente. Musikalisch begleitet von der Band Go(o)d Connection, die jedes Mal auch einen thematisch passenden Song aus den säkularen Charts coverte. Und im Anschluss warteten Getränke und Knabbereien.

Die Teamer hatten viel Spaß bei der Vorbereitung und die Besucher erlebten manche Überraschung, gerne wurden sie auch aktiv eingebunden. So konnten sie unter anderem einmal einen Tisch für Gott decken, sich unter Aktivierung aller Sinne ein Eis auf der Zunge zergehen lassen, das Schwere des eigenen Lebens wie einen Stein im Wasser versenken, eine Art TÜV-Plakette von Gott erhalten, das Vaterunser gleichzeitig in vielen Sprachen beten, ein Schatzkästchen mit Perlen öffnen oder im Liegestuhl chillen. Und immer wieder wurde gelacht, gesungen, gebetet, geschwiegen, gelobt, geklagt, gelauscht – oder man genoss einfach die Atmosphäre in der Kirche. Da war für jeden etwas dabei.

Raum für Neues

Nach weit über zweihundert Malen ist nun am letzten Oktobersonntag 2018 die Ära von Gottesdiensten dieser Art zu Ende gegangen. Unter der Leitung von Pfarrehepaar Fresia soll es ­– in größerem Abstand – auch künftig Abendgottesdienste mit neuen Formen geben. Den nächsten bereits am 25. November.


Die Fotostrecke vermittelt weitere Eindrücke vom Finale: 

Finale des Offenen AbendgottesdienstesEindrücke vom 28.10.2018

 

Christa Hastedt


Stand: 19.11.2018
Bildrechte: Christoph John, Christa Hastedt

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