|
Gottesdienste - das Herzstück der
Gemeinde
Eine neue „Liturgie“ für den
Sonntagmorgen
Gottesdienste sollen das
Herzstück der Gemeinde sein: lebendig und lebensnah, einladend und
eindrücklich, inspirierend und intensiv, musikalisch und meditativ.
Sie sollen eine echte Begegnung mit Gott und seinem Wort, mit
Mitmenschen bzw. Mitchristen und mit uns selbst ermöglichen. Sie
sollen uns, unseren Glauben und unser Leben durch Gottes Geist positiv
verändern und den Sonntag zu einem einzigartigen Tag in der Woche
machen.
So weit so gut. Über das, was Gottesdienste sein sollen,
herrscht weitgehend Übereinstimmung. Aber wie Gottesdienste
sein müssen, damit das alles geschehen kann und damit Menschen aus
ganz unterschiedlichen Lebenslagen oder Altersgruppen sich
angesprochen fühlen, ist schon schwieriger zu klären.
Um der Breite der Anforderungen und Erwartungen zu entsprechen, gibt
es deshalb in unserer Gemeinde viele unterschiedliche
Gottesdienstformen: Den „klassischen“ Sonntagmorgengottesdienst
meistens mit Kindergottesdienst, das Sonntagsfest, Offenen
Abendgottesdienst und „Sonntag live“, „Minikirche“ und
Schulgottesdienste, Jugendgottesdienste und Ökumenische Gottesdienste.
Die meisten davon in größeren Abständen. Viel Engagement und
Kreativität wird da hineingesteckt. Viele unterschiedliche Menschen
erreicht.
Presbyterium und Gottesdienstausschuss waren sich aber einig, dass
über der Vielfalt der „besonderen“ Gottesdienste auf keinen Fall der
„klassische“ Sonntagmorgengottesdienst vernachlässigt werden darf,
sondern jetzt noch einmal neu durchdacht, belebt und der veränderten
Situation angepasst muss.
Bisher war es so, dass in
Stammheim und Flittard der Gottesdienst nach einem unterschiedlichen
Ablauf gefeiert wurde. Kam einem als Flittarder der Gottesdienst in
Stammheim vielleicht zu sehr mit Gesängen gespickt vor, so kam einem
als Stammheimer der Gottesdienst in Flittard vielleicht viel zu „dürr“
vor.
Das Presbyterium und der Gottesdienstausschuss waren der Meinung, dass
zu einer neuen Gemeinde nicht zwei unterschiedliche Gottesdienstformen
gehören und es einer Vereinheitlichung bedarf, auch um das Gefühl der
Gemeinsamkeit zu stärken.
Ein weiterer Grund für eine Vereinheitlichung war die bisherige
Problem für die Gestaltenden, die in beiden Gottesdienststätten Dienst
tun - vor allem die Gastprediger, den Gottesdienst in Stammheim in
einer anderen Liturgie vorbereiten und feiern zu müssen als in
Flittard. Dies ist Gastpredigern eigentlich nicht zuzumuten und einige
haben sich deswegen auch schon beklagt.
Die
„Vorarbeiten“
Der Ausschuss für
Gottesdienst und Theologie war also gefragt, eine neue, gemeinsame
Liturgie auszuarbeiten. Dieser Ausschuss ist mit Stammheimer und
Flittarder Gemeindegliedern aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen
besetzt, die alle mit den Gottesdiensten der Gemeinde zu tun haben,
nämlich Organist, Kindergottesdienstteam, Sonntag-live-Team, Team des
offenen Abendgottesdienstes, Presbyter, Prädikanten und ältere
Gemeindeglieder. Die Mischung führte dazu, dass viel diskutiert und
besprochen wurde. Die unterschiedlichen Sichtweisen wurden kennen
gelernt und ernst genommen.
Dabei ging es z.B. darum, dass der evangelische Gottesdienst oft nur
den Kopf anspricht und deshalb vieles nicht „vom Kopf ins Herz
rutscht“. Liturgischen Formen, d.h. wiederkehrende Gestaltungselemente
wie Gesänge und Symbole können hier hilfreich sein, um auch andere
Schichten der Person zu berühren. Dies schmälert die besondere
Bedeutung der Predigt nicht, sondern tritt unterstützend hinzu.
Außerdem kann so die Gemeinde noch aktiver einbezogen werden und
häufiger „zu Wort kommen“.
Bei seinen Überlegungen
hatte der Gottesdienstausschuss auch die „Sieben maßgeblichen
Kriterien“ und festgelegte Gliederung zu berücksichtigen, die die
Evangelische Kirche in Deutschland für die Gottesdienstgestaltung
vorgegeben hat:
1. Der Gottesdienst wird unter der Verantwortung und Beteiligung der
ganzen Gemeinde gefeiert.
2. Der Gottesdienst folgt einer erkennbaren, stabilen Grundstruktur,
die vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten offen hält.
3. Bewährte Texte aus der Tradition und neue Texte aus dem
Gemeindeleben der Gegenwart erhalten den gleichen Stellenwert.
4. Der evangelische Gottesdienst steht in einem lebendigen
Zusammenhang mit den Gottesdiensten der anderen Kirchen in der
Ökumene.
5. Die Sprache darf niemanden ausgrenzen, vielmehr soll in ihr die
Gemeinschaft von Männern, Frauen, Jugendlichen und Kindern sowie von
unterschiedlichen Gruppierungen in der Kirche ihren angemessenen
Ausdruck finden.
6. Liturgisches Handeln und Verhalten bezieht den ganzen Menschen ein;
es äußert sich auch leibhaft und sinnlich.
7. Die Christenheit ist bleibend mit Israel als dem erstberufenen
Gottesvolk verbunden.
Der Gottesdienst ist in vier Teile gegliedert:
1. Eröffnung und Anrufung
2. Verkündigung und Bekenntnis (hierzu gehört ggf. auch die Taufe)
3. Abendmahl (aus praktischen Gründen nur einmal im Monat)
4. Sendung
Im Rahmen dieser Vorgaben,
sowie ausgeführter Liturgieformen hat jede Gemeinde sich auf eine
Grundform, einen Ablauf festzulegen. Diese „Normal-Liturgie“ soll aber
dann durch die Kirchenjahreszeiten hindurch und zu besonderen
Sonntagen variiert und jeweils konkret ausgestaltet werden, sodass
Wiedererkennung und Abwechslung in ein gutes Gleichgewicht kommen.
Das Ergebnis
Der Gottesdienstausschuss
erarbeitete also in mehreren Treffen einen Gottesdienstablauf – wie
unten abgedruckt – für den Regelgottesdienst in der Ev.
Brückenschlag-Gemeinde Köln-Flittard/Stammheim. Das Presbyterium hat
beschlossen, diese Gottesdienstform vom 1. Advent 2004 an ein Jahr
lang zu erproben und dann in der Gemeindeversammlung zur Diskussion zu
stellen.
Entsprechende Liturgieblätter werden in die Gesangbücher eingelegt.
Am 1. und 2. Adventssonntag wird Pfarrer Vorländer mit weiteren
Mitwirkenden zusammen die neue Gottesdienstform vorstellen.
Außerdem werden
Gemeindeglieder (ab Konfirmation) gesucht, die die Gabe und das
Interesse haben, als Liturgen bei der Gottesdienstgestaltung
mitzuwirken, das heißt z.B. Lesungen zu übernehmen, Gebete zu
formulieren und zu sprechen.
Wenn sich ein kleiner Kreis
gefunden hat, wird es eine Einführung und Schulung geben, damit
alle auf ihre Aufgabe gut vorbereitet sind und sie mit Begeisterung
angehen können.
Interessenten wenden sich bitte an einen der Presbyterinnen und
Presbyter oder an Pfr. Vorländer.
A. Eröffnung und Anrufung
-
Glockengeläut (nur Lukas-Kirche)
-
Musik zum Eingang (z.B. Orgel, andere Musikinstrumente,
Gesangsvortrag,)
-
Eröffnungswort des Liturgen: „Wir feiern diesen Gottesdienst
im Namen des Vaters, des
Sohnes und des Heiligen Geistes“ Die Gemeinde antwortet
mit: „Amen.“
-
Liturg: „Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel
und Erde gemacht hat, der Bund und Treue hält ewiglich und das Werk
seiner Hände nicht preisgibt!“
-
Liturg: „Der Friede des Herrn sei mit Euch allen“
Gemeinde: „Und auch mit Dir!“
-
Begrüßung mit kurzem Hinweis zum Gottesdienstthema
-
Lied (Gemeinde od. Chor,)
-
Psalmgebet (z.B. gelesen, wechselnd gesprochen, Psalmlied)
-
Lobgesang (z.B. „Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem
heiligen Geist“)
-
Dank- und Bußgebet (wir bringen die vergangene Woche zu Gott,
danken, bitten um Vergebung und seinen heiligen Geist)
-
Gesang: Kyrieeleison (Herr erbarme Dich)
-
Votum des Liturgen (z.B. Bibelspruch, Aufforderung zum Lob)
-
Lobgesang (Liedruf oder -strophe)
B. Verkündigung und Bekenntnis
-
Einleitung/Ankündigung der Lesung
-
Dann: Gemeinde steht auf
-
Lesung
-
Hallelujaspruch und Hallelujagesang (wechselnder Gesang)
-
Glaubensbekenntnis
-
Dann: Gemeinde setzt sich
-
Kollektenansage
-
Predigtlied / Sonntagslied (mit Kollekte)
-
Predigt
-
Musik oder Stille
-
Lied (Gemeinde)
C. Abendmahl
-
Einleitung zum Abendmahl
-
Abendmahlsgebet
-
Lobgesang (z.B. „Heilig, heilig, heilig“ oder „Laudate
omnes gentes“)
-
[zusätzlich möglich: Bitte um den Heiligen Geist]
-
Einsetzungsworte
-
Vater unser
-
Gesang : „Christe, Du Lamm Gottes“
-
Einladung
-
Austeilung mit musikalischer Begleitung
-
Danklied (z.B. „Meine Hoffnung und meine Freude“ oder
Strophe aus dem Gesangbuch)
D. Sendung und Segen
-
Abkündigungen (Veranstaltungen, Sonstiges, Amtshandlungen als
Gebetsanliegen)
- Gemeinde steht auf
(schon zur Bekanntgabe der Verstorbenen)
-
Fürbittengebet
-
Vater unser (entfällt an dieser Stelle bei Abendmahl)
-
[Segenslied]
-
Segen
-
[zusätzlich möglich: Antwortgesang auf den Segen, z.B.
„Amen, Amen, wir gehen im Namen des Herrn in die Welt, der segnend uns
hält“]
-
Lied (Gemeinde, Chor)
-
Dann: Gemeinde setzt sich
-
Kurze Musik zum Ausgang
Gerold Vorländer, Volker Standt
|